Rowing Matters

Aus dem Training eines Freizeit-Ruderers: Ein Blog über Training, Rudertechnik und Ausrüstung.

Überholmanöver unter Ruderbooten in strömendem Gewässer

Eine Freundin hat erzählte mir neulich: Nach ihrer Beobachtung wissen heute viele Ruderer gar nicht, wie man »unter Ruderern« überholt. Daher möchte ich für ein wenig Aufklärung sorgen.

Thilo

Lesezeit: 2 Minuten

Überholen - Foto von Quino Al auf Unsplash

Die Basics zu Überholmanövern unter Ruderern

Die üblichen Verordnungen (Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung, Rhein-, Mosel- und Donauschifffahrtspolizeiverordnung) sind da weitgehend eindeutig. Dazu empfehle ich die Broschüre Sicherheit auf dem Wasser des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur . Darin heißt es:

  • Begegnen oder Überholen ist nur gestattet, wenn das Fahrwasser ausreichend breit ist.
  • Kurs und Geschwindigkeit dürfen nicht so geändert werden, dass die Gefahr eines Zusammenstoßes entsteht.
  • Überholmanöver dürfen nur begonnen werden, wenn sicher ist, dass sie ohne Gefahr ausgeführt werden können.

Das bedeutet also: Wer überholen möchte, muss schauen, wie er das macht. Der Überholte darf das Manöver nicht blockieren, behält also in der Regel seinen Kurs bei.

Überholen gegen den Strom

Nun steht in der Broschüre noch ein weiterer Punkt:

  • Der Vorausfahrende muss das Überholen – soweit erforderlich und möglich – erleichtern und dazu falls nötig auch seine Geschwindigkeit verringern.

Rudern wir gegen den Strom, fahren wir dicht unter Land. Daher müsste man zum Überholen weiter zur Flussmitte und damit in die Strömung fahren. Bei stark strömenden Gewässern hätte man ein Überholmanöver damit faktisch verhindert oder zumindest stark behindert. Die Auswirkungen der Strömung habe ich versucht, hier nachzurechnen: »Ist ein Ruderboot, das hin- und herfährt, mit Strömung schneller?«

Daher ist dies unter Ruderern üblich und höflich: Wer gegen den Strom überholt wird, lässt den Überholenden innen, also unter Land, passieren. Dazu fährt man kurz in Richtung Flussmitte.

So verliert der Überholte zwar kurzzeitig Geschwindigkeit. Dafür kann das Überholmanöver aber in kurzer Zeit und mit wenig Raum ausgeführt werden. Da der Geschwindigkeitsunterschied gegen den Strom meist recht gering ist, lässt man den Überholenden recht nah auffahren.

Zusammenfassung

  • Wer gegen den Strom überholt wird, lässt den Überholenden unter Land überholen.
  • Dazu lässt man den Überholenden recht dich auffahren. Dann macht man steuert man in Richtung Flussmitte, um Platz zu machen.
  • Der Überholende kann dann ruhig seine Geschwindigkeit erhöhen, um die andere Mannschaft nicht unnötig zu strapazieren.

Photo by Quino Al on Unsplash

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Über Mich

Ich rudere nicht nur, ich blogge auch darüber. Wenn ich nicht trainiere, habe ich nichts zu schreiben...